Bücher

«A Tradition To Innovate» – Jubiläum 150 Jahre Credit Suisse.
(mit Fotos von Terry Richardson, Ellen von Unwerth, Rene Burri, David Lachapelle, Gunter Sachs etc.)

Textauszüge aus dem Buch:

Der Amerikaner Daniel Hess hatte den Wunsch, die Welt besser von Schmutz und Staub zu befreien. Sein Beitrag zur Geschichte der Innovationen war ein Apparat, den er 1860 patentieren liess, und der als erster Staubsauger in die Geschichte einging. Eine Erfindung, die unser Leben hygienischer und sauberer machte, aber auch industriell von grossem Nutzen ist. Der Haushalt in der westlichen Welt ist heute ohne Staubsauger nicht mehr vorstellbar. Im Jahr 2000 wurde sogar der erste Staubsaugerroboter auf den markt gebracht. Der grosse Nutzen des Staubsaugers widerspiegelt sich in dessen Nachfrage: Allein in den Vereinigten Staaten wurden im Jahr 2004 rund 20 Mio. Geräte hergestellt.

Heinrich Franck machte sich 1868 daran, mit einem Stück Segeltuch, etwas aufgerautem Gummi und einigen Metallösen das bis dahin geltende Verständnis von Schuhen auf den Kopf zu stellen. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war die Entwicklung des ersten Vorläufers heutiger Turnschuhe. Ursprünglich vor allem im Sportbereich eingesetzt und in weisser Farbe gehalten, eroberte der Turnschuh ab den 1950er Jahren auch andere Lebensbereiche. Seit dem Fitnessboom in den 1980er Jahren ist der Turnschuh weit in der Bevölkerung verbreitet. Eine neue Ausrichtung erhielt er mit der Hip Hop-Bewegung ab den 1990er Jahren. Sie machte den Turnschuh in verschiedensten Design-Varianten zum Kultobjekt der Jugendlichen. Der möglicherweise erfolgreichste Turnschuh aller Zeiten ist «Chuck Taylor» von Converse All Star. Ende 2003 waren davon bereits 580 Mio. Stück verkauft worden und jede Woche kommen 30’000Stück dazu.

Bereits als junger Wissenschaftler nahm sich der deutsche Physiker Ernst Abbe vor, die Herstellung von von optischen Gläsern zu perfektionieren und weltweit zu standardisieren. Seinen Beitrag zu Welt der Innovationen lieferte er 1873 mit der sogenannten Beugungstheorie, welche die Auflösungsgrenze eines Mikroskops definierte und zur Grundlage des wissenschaftlichen Gerätebaus wurde. Zusammen mit dem Feinmechaniker Carl Zeiss und dem Glasforscher Otto Schott schuf Abbe so die Grundlage der modernen Optik und entwickelte vielerlei optische Instrumente, die unter anderem das Entdecken der Erreger von Infektionskrankheiten ermöglichten und somit die Lebensbedingungen der Menschheit entscheidend verbessert haben.

Der belgische Tischler Zénobe Theophile Gramme war fasziniert von der Elektrizität und dem Bau von Generatoren. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war 1873 die Demonstration seines Generators, der rückwärts betrieben auch als Elektromotor verwendbar war. Die im selben Atemzug gemachte Feststellung, dass Strom via Kabel über längere Distanzen transportiert werden kann, revolutionierte die Industrie, da es zusammen mit Grammes Maschine erstmals möglich wurde, elektrische Energie kommerziell zu nutzen. 2003 wurden weltweit rund 16’741 Terawattstunden ( 1TWH = 1 Billion Wattstunden) Strom produziert. Bis ins Jahr 2030 rechnen Experten mit einer Verdopplung dieser Zahl.

Inspiriert von den Möglichkeiten des Telefons, forschte der in Amerika lebende englische Wissenschaftler David Edward Hughes an einem Fernsprecher «mit dem gar das laufen einer Fliege hört». 1878 lieferte Hughes mit dem Mikrofon seinen Beitrag zur Welt der Innovationen. Die Funktionsweise basierte auf der Widerstandsänderung einer Anordnung von Kohlekörnern. Diese Erfindung verlieh den Stimmen von Politikern, Reportern und Sängern eine deutliche grössere Reichweite und ermöglichte dadurch erst Massenveranstaltungen.

Der deutsche Konstrukteur Alois Wolfmüller hatte den Traum, ein motorisiertes Fahrrad herzustellen. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war der Bau des ersten in Serie gefertigten Motorrads, welches er 1894 zusammen mit zwei Kollegen entwickelt hatte. Seit 1949 zum ersten mal Motorrad-Weltmeisterschaften in verschiedenen Klassen stattgefunden hatten und weitere Disziplinen wie Motocross, Sidecar, Speedway oder Trial die Palette erweiterten, hat sich das Motorradfahren als wichtige Sportart etabliert. Nachdem das Motorrad während der beiden Weltkriege vor allem militärische Verwendung fand und in den 1960er Jahren durch die steigende Popularität des Automobils etwas in den Hintergrund rückte, wurde es in den 1980er Jahren als Freizeittrend wiederentdeckt. Dieser Trend ist bei einem der bekanntesten Motorradhersteller erkennbar: Harley-Davidson lieferte im Jahr 2005 weltweit knapp 329’000 Motorräder aus und erzielte damit zum 20. Mal in Folge Rekordergebnisse. Auch die asiatischen Motorradhersteller spüren die grosse Nachfrage. Yamaha, der weltweit zweitgrösste Produzent verkaufte 2005 rund 3.85 Millionen Motorräder und erzielte damit einen Umsatz von 759.8 Milliarden Yen.

Der Serbe Nikola Tesla hatte den Traum, dass Menschen ohne Kabelverbindung über weite Distanzen miteinander kommunizieren können sollten. Sein Beitrag zur Welt der Innovation war 1895 die Erfindung eines Geräts, das akustische Signale durch elektromagnetische Wellen transportiert – das Radio. Das erste elektronische Massenmedium war geboren. In seiner Frühzeit war das Radio eine der wichtigsten Informationsquellen überhaupt. Und für die Musikindustrie stellt das Radio noch heute einer der bedeutendsten Distributionskanäle dar. Die Radioindustrie ist allerdings ein stark fragmentiert Wirtschaftszweig. So erreichen etwa die fünf grössten US-Sender nur gerade rund 34% der amerikanischen Hörer. Alle US-Sender zusammen erwirtschafteten im Jahr 2003 einen Umsatz von 22 Milliarden Dollar. Neue Wachstumsimpulse erhoffen sich Experten von der derzeit laufenden Umstellung auf digitales Radio.

Die französischen Brüder Lumière hatten die Absicht, die Wirklichkeit in bewegten Bildern auf die Leinwand zu bringen. Ihr Beitrag zur Welt Innovationen war der «Cinematograph» – Filmkamera und Projektor in einem. Mit den ersten öffentlichen Filmvorführungen 1895 wurde der Grundstein für das kommerzielle Kino und die moderne Unterhaltungsindustrie gelegt. Der Film gilt heute auch als «septième art» und ist die absolute Traumfabrik, welche die Welt verändert hat. Wie mächtig die Filmindustrie inzwischen geworden ist, unterstreicht die Prognose von PricewaterhouseCoopers: Das Beratungsunternehmen sagt der Branche für 2006 ein weltweites Gesamtvolumen von 1.4 Billionen Dollar voraus.

Der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen hatte die Vision, dass man den menschlichen Körper durchleuchten und so exaktere medizinische Befunde anhand dieser Bilder tätigen könne. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war die Entdeckung von elektromagnetischen Wellen mit einer Photonenenergie, die höher ist als diejenige von ultraviolettem Licht. In seiner 1895 veröffentlichten Studie mit dem Titel «Über eine neue Art von Strahlen» bezeichnete er sie als X-Strahlen (X-Rays). Heute werden die nach ihrem Erfinder benannten Röntgenstrahlen auch ausserhalb der Medizin für ganz unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Zum Beispiel um Verunreinigungen in Nahrungsmitteln aufzuspüren, für Sicherheitschecks an Flughäfen, oder um die Gashülle des Saturnmondes Titan zu untersuchen. Der US-Markt für Apparaturen und Geräte der bildgebenden Medizin beläuft sich zurzeit auf 6.6 Milliarden Dollar und erwartet jährliche Zuwachsraten von 7,6% bis zum Jahre 2008 – vorwiegend angetrieben von neuen Technologien wie digitalen Röntgenaufnahmen, Positron Emission Tomography, Computertomographie, Magnetic Resonance Imaging und Ultrasound-Scanners.

Der Traum, dass Fliegen auch für die Menschheit möglich wäre, hat die Gebrüder Orville und Wilbur Wright nicht losgelassen. Ihr Beitrag zur Welt der Innovationen war das erste funktionierende Motorflugzeug. Damit legten sie beim bemannten Pionierflug am 17. Dezember 1903 jedoch gerade einmal 36 Meter zurück. 1909 überquerte der Franzose Louis Blériot als erster mit einem Flugzeug den rund 44 km breiten Ärmelkanal. Dem amerikanischen Piloten Charles Lindbergh gelang 1927 der erste Nonstop-Flug von New York nach Paris, was einer Strecke von 5’800 km entspricht. Heute schafft der Airbus A380, das weltgrösste Passagierflugzeug, 15’000km ohne Auftanken, das entspricht der Strecke New York – Singapur,  und noch dazu mit 555 Passagieren an Bord. 2005 konnte der amerikanische Flugzeughersteller Boeing 290 Flugzeuge ausliefern, beim europäischen Konkurrenten waren es gar 378. Weltweit erzielte die Luftfahrtindustrie mit 1.2 Millionen Beschäftigten im Jahr 2000 einen Umsatz von rund 214 Milliarden Euro und beförderte ungefähr 1.5 Milliarden Flugpassagiere.

Eine kleine Gruppe von Künstlern stellte den Anspruch,  dass sich die Natur auch in geometrischen Formen darstellen lässt und so eine Ordnung in die Malerei gebracht werden kann. Ihr Beitrag zur Welt der Innovationen war die Schöpfung Kubismus. Ein Kunststil, der ab 1907 von Künstlern wie Paul Cézanne, Henri Matisse, Georges Braque, Pablo Picasso und André Derain geprägt wurde. Durch die planmässige Organisation von Bildthemen wurden jegliche Naturformen aufgelöst und in kubische Formen wie Kugeln, Kegel und Konen gebracht. Zum ersten Mal wurde die Natur nicht mehr künstlich nachgeahmt, die Perspektive verschwand. Der Kubismus und seine Wegbereiter beeinflussten die gesamte moderne Kunst, aber auch Design und Architektur.

Das Ziel von Donald M. Mitchell war es, Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsort Telefongespräche zu ermöglichen. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war ein Gerät namens «Portable Radio Transmitting and Receiving Device», das er 1942 patentieren liess, und das der Vorläufer des heutigen Mobiltelefons wurde. Eine Innovation, welche sich zum Multimilliardenbusiness entwickelte und es Millionen von Menschen ermöglicht, jederzeit miteinander zu kommunizieren. So gab es 2001 weltweit 955 Millionen Teilnehmer. Noch immer ist die Mobiltelefonindustrie eine Wachstumsbranche. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 825 Millionen neue Mobiltelefone verkauft und ein Umsatz von 115.1 Milliarden Dollar erzielt. Als zukunftsweisenden Märkte gelten heute neben Lateinamerika auf die Regionen im asiatisch-pazifischen Raum.

Zwei Absolventen des Drexler Institute of Technology, Bernhard Silver und Norman Joseph Woodland, hatten die Absicht, jegliche Produkte dieser Welt in ein logistisches System einzuordnen, um so deren Ein- und Verkauf zu vereinfachen. Ihr Beitrag zu Welt der Innovationen war eine maschinenlesbare Schrift, die aus verschiedenen Breiten, Strichen und Lücken besteht, über einen optischen Abtaster gelesen und elektronisch weiterverarbeitet werden kann. Es handelte sich um den Vorläufer des Strichcodes, welcher 1949 vom Amerikaner Douglas Young zum Patent angemeldet wurde und den man heute auf fast jedem Produkt sieht. Der Barcode verkürzt heute durch seine maschinelle Lesbarkeit nicht nur die Wartezeit an der Warenhauskasse sondern er hat auch massgeblich zu einer effizienten Lagerbewirtschaftung beigetragen.

Der amerikanische Physiker William Higinbotham stellte sich eine Welt vor, in der Menschen Computer nicht nur zum Arbeiten brauchten, sondern auch zum spielen. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war «Tennis for Two», das erste Computerspiel überhaupt. Er stellte es im Oktober 1958 beim Tag der offenen Tür des Brookhaven National Laboratory vor. Mit der Einführung der Personal- und Heimcomputer in den 1980er Jahren und den Videospielen in den 1990er Jahren wurde das Geschäft mit Computerspielen zu einer äusserst lukrativen Industrie. Heute gehören Computer- und Videospiele zu den beliebtesten Mitteln der Freizeitgestaltung. Sony Computer Entertainment, einer der erfolgreichsten Hersteller von Computerspielkonsolen, verkaufte von seinem Produkt «Playstation» über 170 Millionen Stück. Zuoberst auf der Beliebtheitsskala stehen Strategiespiele mit einem Marktanteil von rund 27%, gefolgt von Unterhaltungsspielen (20%) und Actiongames (16%). Experten sehen trotz des grossen Erfolgs der vergangenen Jahre weiteres Potential für Video- und Computerspiele. Gemäss Schätzungen dürfte das globale Marktvolumen von 20.7 Milliarden Dollar im Jahr 2002 bis auf 30 Milliarden Dollar im Jahr 2007 anwachsen.

Die britische Modeschöpferin Mary Quant nahm sich vor, mit ihrer Mode einem stärkeren Selbstbewusstsein der Frau Ausdruck zu verleihen. Ihr Beitrag zur Welt der Innovationen war die Kreation von kurzen, bunten Hängekleidern und Röcken, die mindestens 10 Zentimeter über dem Knie enden – den Miniröcken. Ab 1958 verkaufte Quant ihre Kreationen in ihrer Londoner Boutique «Bazaar». Nachdem der Minirock erstmalig in der britischen «Vogue» abgebildet wurde, avancierte das skandalöse Kleidungsstück zum weltweiten Verkaufsschlager und prägte die Mode massgeblich. Heute ist der Minirock ein Klassiker und aus den weiblichen Garderoben nicht mehr wegzudenken.

Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Tom Wesselmann und Yayoi Kusama zielten darauf ab, Kunst nicht nur einer elitären Minderheit, sondern einen möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen. Ihr Beitrag zur Welt der Innovationen war die vollständige Abkehr vom abstrakten Expressionismus, der damals vorherrschenden Kunstrichtung. Ins Zentrum des künstlerischen Schaffens rückten Themen und Techniken aus den Bereichen der Alltagskultur, der Welt des Konsums, der Massenmedien und der Werbung. Die Kunstrichtung fand zum ersten Mal 1964 an der 32. Biennale von Venedig unter dem Begriff Pop Art grosse Beachtung. Der Einfluss von Pop Art auf die heutige Zeit ist allgegenwärtig.

Milton Friedman war der festen Überzeugung, dass die Menschheit unter bestimmten Voraussetzungen nie wieder unter den negativen Folgen der Geldentwertung leiden müsse. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war die Theorie, dass es eine langfristige Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation gibt. Friedmann legte die Zusammenhänge in seinem 1969 erschienenen Werk «Optimum Quantity of Money and other Essays» dar und wurde damit zu einem Hauptvertreter der Chicagoer Schule und des Monetarismus. Seither regeln und kontrollieren Nationalbanken weltweit mittels Finanzpolitik die Geldmenge, um der Inflation vorzubeugen. Schwere Geldentwertungen wie diejenigen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dürfen somit der Geschichte angehören.

Der Raketenpionier Wernher von Braun hatte die Vision, «das Tor zu anderen Welten zu öffnen». Sein Beitrag zu Welt der Innovationen waren sowohl die Entwicklung der Mercury-, Gemini- und Apollo-Raumfahrtprojekte als auch die massgeblichen Vorleistungen für einen grossen Schritt für die Menschheit: der ersten Mondlandung durch Apollo 11 am 20. Juli 1969. Rund 500 Millionen Menschen weltweit verfolgten diese Landung gebannt am Fernseher. Was damals eine Handvoll auserwählten Astronauten vorbehalten war, soll nun einem breiten Publikum ermöglicht werden: Ab 2008 wird die Firma Space Adventures Touristen Orbitalflüge für 200’000 Dollar anbieten.

Alan Shugart suchte einen Weg, wie man dieselben Daten – auch in grossen Mengen auf verschiedenen Computern verwenden könnte. Sein Beitrag zur Welt der Innovationen war die Erfindung eines magnetischen Datenträgers, der ersten 8-Zoll-Diskette, die IBM 1971 auf den Markt brachte. Jetzt war es möglich, gespeicherte Daten auf anderen Geräten weiter zu verwenden. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung für die weltweite Vernetzung der Computer geschaffen. Die Datenspeichermenge erhöhte sich in den letzten 30 Jahren rasant. Heute werden vor allem USB-Sticks, CDs oder DVDs als Speichermedien verwendet. Auf der ersten Diskette hatte lediglich eine Datenmenge von 8 Kilobytes Platz, auf einer DVD kann man rund 4.7 Gigabyte speichern – sie hat also über eine halbe Million mal mehr Speicherkapazität. Die Nachfrage nach Speichermedien ist heute grösser denn je. Der geschätzte weltweite Absatz von beschreibbaren CDs für das Jahr 2005 liegt zwischen 11 und 12 Milliarden Stück, der für beschreibbare DVDs bei 4.5 Milliarden Stück.

Steven Rubell und Ian Schrager wünschten sich eine Diskothek, die aufgrund ihres glamourösen Images zum «place to be» schlechthin würde. Ihr Beitrag zur Welt der Innovationen war 1977 die Eröffnung des «Studio 54» an der 54th Street in New York. Der berühmteste Nachtclub aller Zeiten war während seiner neunjährigen Öffnungsdauer nicht nur die erste Diskothek, welche die Grenzen zwischen hetero- und homosexuellen Nachtleben durchbrach, sondern sie war auch stilbildend für die Disco-Musik und die Nachtclubszene generell. Der Andrang war zeitweise so gross und die Türpolitik so streng, dass hunderte von Leuten keinen Einlass fanden, unter anderen auch Nile Rodgers und Bernard Edwards von der Band «Chic», die darauf einen Song über das Studio 54 schrieben – «Le Freak». Schon wenige Wochen später wurde dieser zu einem der grössten Disco-Hits, was die beiden Musiker zu gern gesehenen Gästen im Tempel des New Yorker Nachtlebens machte. Diskotheken gibt es in den abgelegensten Winkel der Erde, und Riesen- oder Superdiscos wie Gatecrasher in Birmingham bieten bis zu 40.000 Tanzwütigen Platz. Eine Diskothek ist heute genauso eine Marke wie Produkte des Alltags. So betreiben viele Nachtclubs verschiedene Ableger an den wichtigsten Party-Orten der Welt, vermarkten Compilation-CDs und allerlei Merchandising-Produkte.